X
X
X
X

Inhaltsverzeichnis

Diese Anleitung soll Sie sicher an Ihr Ziel führen, ein Gerüst selbstständig stellen zu lassen.

Zusätzlich haben wir am Ende dieser Seite eine grafische Zusammenfassung ("Wegleitung Gerüst") eingefügt, welche die einzelnen Schritte darstellt, von der Montage bis zur Demontage.

Wann benötige ich ein Gerüst?
Gerüstbauer aus der Region suchen
Benötigte Informationen für Offerte
Die Offerte
Offertenvergleich
Nicht offerierte Leistungen (Regiearbeit)
Leistungen und Allmendgebühren
Abschluss
Abnahme und Nutzung des Gerüst
Montage, Demontage, Etappen Termine
Einbruchgefahr
Mietkosten
Zahlungsmodalitäten (Skonto, Rabatte, MWST)
Vertragsrücktritt
Zusammenfassung

Einführung

Die Rechtsnatur eines Gerüstbauvertrages ist umstritten und wird nach heutigem Stand als Werkvertrag im Sinne von OR Art. 363 ff angesehen, wonach sich der Gerüstbauer zur Herstellung eines Werkes, in unserem Fall ein Gerüst, und der Besteller zur Leistung einer Vergütung verpflichtet. Einfach ausgedrückt Gerüst gegen Bezahlung.

Rund um das Gerüst sind mind. vier Parteien direkt oder indirekt beteiligt. Die Unterscheidung ist bezüglich Rechte und entsprechende Pflichten wichtig.

Parteien rund um das Gerüst: Benutzer, Besteller, Gerüstbauer und Gerüstehersteller

Ein Werkvertrag wird grundsätzlich zwischen dem Gerüstbauer (im OR «Unternehmer» bezeichnet) und dem Besteller abgeschlossen, wobei dies in mündlicher oder schriftlicher Form (Formfreiheit) stattfinden kann. Der Besteller stellt dem Benutzer einen sicheren Arbeitsplatz in Form eines Gerüstes für seine Tätigkeiten zur Verfügung. Der Benutzer muss seinerseits die Anweisungen des Bestellers und Gerüstbauers bezüglich Nutzung befolgen und das Gerüst so zurücklassen, wie er es vorgefunden hat.

Der Gerüste-Hersteller, für den Besteller auf den ersten Blick unwichtig, steht für die Sicherheit und Stabilität des Gerüstes ein. Dies aber nur solange sich der Gerüstbauer an die Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers hält und nur vorgesehene Elemente verwendet (keine Fremdfabrikate oder Durchmischung der Gerüstmarken). Entspricht das Gerüst nicht dem vom Gerüstehersteller festgelegten Regelfall, muss der Gerüstbauer einen statischen Nachweis nach einschlägigen Normen erbringen. Anders gesagt, muss der Gerüstbauer den Beweis erbringen, dass das Gerüst bei «normaler Anwendung» nicht gleich zusammenfällt und Menschen damit in Gefahr bringt.

Der Gerüstbauer muss sich an die Anweisungen der Aufbau- und Verwendungsanleitung des Gerüsteherstellers halten, sowie an die gesetzlichen Verordnungen der Bauarbeitenverordnung (BauAV), Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG), Verordnung über die Unfallverhütung (VUV), die SIA -Normen und die Anforderungen der SUVA zur Arbeitssicherheit.

Bei den folgenden Aussagen, gehen wir davon aus, dass der Gerüstbauer sich in seinen AGBs auf die des SGUV stützt, welche sich wiederum an die SIA Normen 118 «Allgemeine Bedingungen für Bauarbeiten» und 118/222 «Allgemeine Bedingungen für Gerüstbau» anlehnt.

Wann benötige ich ein Gerüst?

Ab einer Höhe von mehr als 2m sind Massnahmen gegen einen Absturz zu empfehlen, ab einer Höhe von 3m sogar notwendig (BauAV Art. 18).

Das Hauptziel eines Gerüstes ist die Absturzgefahr der Nutzer so gering wie möglich zu halten und Dritte vor herunterfallenden Objekten zu schützen.

Gerüstbauer suchen

Mit über 600 in search.ch registrierten Gerüstbauer ist die Auswahl gross. Welchen Gerüstbauer sollte man anfragen? Auf was kann der Besteller schauen?

Wir empfehlen folgende Kriterien zu beachten:

  1. Suchen Sie Gerüstbauer aus Ihrer Region, da diese Dienstleistung verhältnismässig viel Material und Personal bindet und deren Transport schnell kostspielig für Sie werden kann. Vor allem für Arbeiten nach Regie können bei Gerüstbauer aus der Ferne schnell teuer werden, da die Fahrtzeiten stärker ins Gewicht fallen.
  2. Gerüstbauer, welche Mitglied des Schweizerischen Gerüstbau-Unternehmer-Verband (SGUV) sind, stehen für höhere Qualitäts- und Sicherheitsstandards im Gerüstbau. Die Mitglieder des SGUV sind am GAV angeschlossen und sind somit auch für eine faire Behandlung und Entlöhnung der Mitarbeiter. Der Schweizerischer Gerüstbau-Unternehmer-Verband (SGUV) publiziert zudem eine Liste Ihrer Mitglieder.
  3. Ein Teil der SGUV Mitglieder sind Träger des PBK Qualitätslabel. Dieses Label wird von der Paritätischen Berufskommission für den schweizerischen Gerüstbau (PBK) ausgestellt und zeichnet den Gerüstbauer aus, dass er seinen Verpflichtungen (wie Steuern, Versicherungsprämien, Sozialleistungen, Haftpflicht, Ausbildung Mitarbeiter zum Thema Sicherheit etc.) nachgekommen ist.

Wir zählen diese Kriterien nicht auf, weil wir sie erfüllen. Wir erfüllen diese Kriterien, weil wir überzeugt sind, dass diese allgemein die Qualität und Sicherheit des Gerüstes erhöht.

Entscheiden Sie sich für Gerüstbauer aus dem Ausland, vergewissern Sie sich, dass diese Schweizer Gesetze und Vorschriften einhalten. Sollte ein Gerüst nicht den Regeln entsprechen, kann dieses bis zur Aufhebung der Mängel für weitere Arbeiten gesperrt werden, was wiederum zu kostenpflichtigen Verzögerungen führen kann.

Wie viele Gerüstbauer sollte man anfragen?

Grundsätzlich ist die Chance, wenn Sie nur einen Gerüstbauer anfragen, einen besseren Preis als den Durchschnittspreis (aller möglichen Gerüstbauer) zu erhalten 50:50. Fragen Sie drei Gerüstbauer, erhöhen Sie statistisch gesehen, die Chance auf knapp 90%, dass Sie einen besseren Preis erhalten. Bei mehr als drei Anfragen, ist Aufwand und Nutzen nicht mehr so interessant. Wir raten daher, dass Sie drei, maximal vier, Gerüstbauer anfragen.

Benötigte Informationen für Offerte?

Um den Aufwand der Montage und Demontage und somit Kosten einzuschätzen, benötigt der Gerüstbauer mehrere Informationen.

Bei den meisten Aufträgen ist eine Besichtigung und Abmessung des Objektes durch den Gerüstbauer vor Ort zwingend und bei vielen Fällen ist es nicht nötig, dass der Besteller anwesend ist. Doch bei schwer zugänglichen und betretbaren Objekten, Besonderheiten oder mögliche Gefahren die man beachten sollte, ist die Anwesenheit des Bestellers sinnvoll.

Versäumt der Besteller dem Gerüstbauer relevante Angaben zu liefern, was im Eifer des Gefechtes durchaus geschehen kann, welche zu einen Mehraufwand führen, so kann der Gerüstbauer den Mehraufwand nach Regie verrechnen und stützt sich, sofern er nichts anderes vermerkt hat, auf die aktuellsten Regie-Tarife des SGUV. Klassische Beispiel: der kürzeste Weg verläuft über das Grundstück des Nachbarn, der aber den Durchgang nachträglich verbietet oder nie die Erlaubnis dafür gegeben und dafür ein längerer Weg in Kauf genommen werden muss.

Fragen Sie uns unverbindlich und kostenlos nach einer Offerte oder lassen Sie sich von uns beraten. Entweder telefonisch oder über unser Formular.

Die Offerte

Die Offerte selbst ist ein Vorschlag (Angebot) eines möglichen künftigen (Werk-)Vertrages. Der Gerüstbauer erklärt sich mit der Offerte bereit, die Arbeit zu den aufgeführten Bedingungen zu erledigen. Falls nicht ausdrücklich vereinbart, ist die Offerte kostenlos. Der Gerüstbauer muss Sie informieren, sofern eine Gebühr für die Offerte erwartet.

Spezialfall: Verlangt der Besteller die selbständige Ausarbeitung von Offertenunterlagen (gemäss CRB 114 „Gerüste“ aufgestellt, sowie den Regeln der SIA Norm 222 „Gerüste Leistung und Lieferung“) so sind die Leistungen des Gerüstbauers gesondert zu vergüten. Siehe dazu SGUV Vereinbarung für das Ausarbeiten von Gerüst-Offertunterlagen..

Sind keine Angaben über die Verbindlichkeitsdauer der Offerte seitens Gerüstbauer gemacht, bleibt der Gerüstbauer bis zur Antwort des Bestellers daran gebunden. Verweist der Gerüstbauer auf die SIA Norm 118, so bleibt der Gerüstbauer für 30 Tagen nach Eingabefrist gebunden (SIA 118, Art. 17).

Gilt der offerierte Preis?

Sofern die Offerte keine Richtpreise enthält oder die Offerte nicht mit bspw. «ungefährer Kostenvoranschlag» vermerkt wurde, darf sich der Besteller auf den Preis verlassen.

Zusätzliche Kosten sind nur dann geschuldet, wenn sie durch nicht vorhersehbare, ausserordentliche Umstände entstanden sind. Die Arbeiten dürfen nur im Einverständnis des Bestellers durchgeführt und somit auch zusätzlich fakturiert werden. I.d.R. werden solche ausserordentliche Aufwände nach Regie verrechnet.

Sollte der Rechnungsbetrag unvorgesehen von der abgemachten Offerte abweichen, informieren Sie den Gerüstbauer (oder den beauftragten Baudienstleistern), um mögliche Fehler auszuschliessen. Sind sie sich nicht einig:

Offerten vergleichen

Haben Sie wie gewünscht alle Offerten erhalten, werden diese miteinander verglichen. Dabei ist es wichtig Äpfel mit Äpfel zu vergleichen. Um dies tun zu können, sollte man folgendes beachten:

Fazit: Vergleichen Sie Nettopreise (Offerte - Rabatte - Skonto - Miete + MWST).

In einem zweiten Schritt können Sie auch die Mietkosten vergleichen bzw. vergleichbar machen, indem Sie die Mietkosten für die gewünschte Zeitdauer berechnen (z.B. für alle Gerüstbauer 6 Wochen). Beachten Sie hierbei die Abrechnungsmodalitäten der einzelnen Gerüstbauer (angebrochene Wochen, Mindestmietdauer, etc.)

Unbestimmter oder ungefährer Preis

Ist der Preis zum Voraus entweder gar nicht oder nur ungefähr bestimmt worden, so wird er nach Massgabe des Wertes der Arbeit und der Aufwendungen des Gerüstbauers festgesetzt (z.B. nach Regie Tarife des SGUV) (OR Art. 374).

Wird ein mit dem Gerüstbauer verabredeter ungefährer Ansatz ohne Zutun des Bestellers unverhältnismässig überschritten, so hat dieser sowohl während als nach der Ausführung des Werkes das Recht, vom Vertrag zurückzutreten (OR 375 Abs. 1).

Obwohl auch beim (Gerüste-)Werkvertrag Formfreiheit gilt, sollten Sie sich eine Offerte schriftlich geben und von mündlichen absehen. Zu Beginn ist vieles klar und bei der Bezahlung kommen Fragen wie "War der Preis inkl. Mehrwertsteuer oder exklusiv?" (i.d.R. werden Preise exkl. MWST angegeben.", wie viel Miete ist im Preis inbegriffen?)

Verzichtet man auf den schriftlichen Vertrag, sollte man zumindest auf die Besonderen Vertragsbedingungen des SGUV und die SIA Nomren 118 und 118/222 verweisen. Dort werden bspw. Leistungen aufgeführt, welche zur allgemeinen Dienstleistung des Gerüstbauers gehören und welche zusätzlich verrechnet werden sollten (siehe inbegriffene Leistungen).

Nicht offerierte Leistungen (Regiearbeit)

Muss der Gerüstbauer ungeplante, nicht in der Offerte oder Werkvertrag vorgesehene Arbeiten verrichten, muss dieser Mehraufwand gesondert verrechnet werden. Dabei werden Arbeiten nach Aufwand verrechnet (OR 374).

Wurden im Werkvertrag keine Ansätze festgemacht, so gelten die im Zeitpunkt und am Ort der Arbeitsausführung massgebenden Regieansätze der Berufsverbände, d.h. es gelten die Regie Tarife des SGUV, welche Stundenansätze, Fahrzeugaufwände und Materialmieten regelt.

Zwei wichtige Punkte bezüglich Regiearbeit:

  1. Der Gerüstbauer darf das grundsätzlich nicht von sich aus tun, ohne Einwilligung des Bestellers oder ohne offensichtlichen Grund (Notfall, SUVA).
  2. Der Gerüstbauer muss einen genauen Regie-Rapport liefern.

Weitere Informationen können Sie unter "Arbeit nach Regie" finden.

Leistungen und Allmendgebühren

Stützt sich der Gerüstbauer auf die besonderen Vertragsbedingungen des SGUV oder auf SIA 118/222, so müssen die Leistungen, welche im Preis inklusive oder eben nicht inklusive sind, nicht zusätzlich aufgezeigt werden. Um welche Leistungen es sich handelt, können Sie in der Rubrik "Leistungen" nachsehen.

Je nach Region (z.B. Basel Stadt) werden Gebühren sog. Allmendgebühren für das Aufstellen von Gerüsten auf öffentlichen Grund belastet.

Abschluss

Haben Sie sich für einen Gerüstbauer Ihres Vertrauens entschieden, so teilen Sie ihm mit, dass Sie sein Angebot annehmen. Ihre mündliche Bestätigung, muss auf Verlangen des Gerüstbauers, auch schriftlich erfolgen. Mit dem Zuschlag gilt der Gerüst-(Werkvertrag) als rechtsverbindlich abgeschlossen.

Abnahme und Nutzung des Gerüst

Welche Rechte, Pflichten und Sicherheitshinweise Sie bei der Abnahme und Nutzung eines Gerüstes beachten sollten, finden Sie separat unter "Rechte, Pflichten und Sicherheit". Themen wie Mängel, Schäden, Sichtkontrollen etc. werden auch dort diskutiert.

Bauetappen protokollieren

Unseren Kunden empfehlen wir gerne die verschiedenen Bauetappen zu kontrollieren und mithilfe von Fotos zu dokumentieren. Vor allem wenn mehrere Baudienstleister involviert sind. Bevor überhaupt jemand am Werke war,  lieber mehr als weniger fotografieren. Nach jedem Abschnitt überprüfen ob Schäden verursacht wurden und diese gleich mit dem entsprechenden Baudienstleister aufnehmen, so dass die Schuldfrage schnell aufgenommen wird. Nach getaner Arbeit aller Beteiligten ist es schwieriger. Jeder kann sich verständlicherweise auf den Standpunkt setzen es nicht getan zu haben und die Schuld einem anderem zu geben.

Montage, Demontage, Etappen Termine

Sobald Montage, Etappen und Demontage Termine bekannt sind, müssen diese Termine dem Gerüstbauer frühzeitig gemeldet werden.

Die meisten Unstimmigkeiten zwischen Gerüstbauer und Besteller gibt es bezüglich Montage und Demontage Termine. Da treffen verständlicherweise Interessen des Bestellers das Gerüst so schnell wie möglich aufgebaut oder abgebaut haben zu wollen, mit den Interessen des Gerüstbauers, seine Mitarbeiter effizient einsetzen zu können, aufeinander. Da verhält sich der Gerüstbauer nicht anders als der Maler, Spengler, Zahnarzt, Coiffeur etc. welcher nur in seltenen Fällen «einspringen» kann.

Stützt sich, wie in den meisten Fällen, der Gerüstbauer auf die Besonderen Vertragsbedingungen des SGUVs, welche sich auf die relevanten SIA Normen verweist, so ist der Besteller dazu verpflichtet, Termine mind. zwei Wochen im Voraus anzuzeigen bzw. zu melden (SIA 118/222 1.3.1).

Serviceorientierte Gerüstbauer versuchen trotzdem kurzfristig angezeigte Termine, falls es Personal- und Materialtechnisch möglich ist, einzuhalten. Muss er auf Überstunden oder Wochenendarbeiten ausweichen, was wiederum höhere Lohnkosten mit sich bringt, so kann er diese, sofern auch vorher abgemacht, zusätzlich dem Besteller in Rechnung stellen. Zeigen Sie Termine unbedingt frühzeitig an.

Einbruchgefahr

Der Besteller, der die Arbeiten und Gerüstmontagen koordiniert, kann sicherstellen, dass das Gerüst nicht länger als nötig steht. Dies wird einerseits mit niedrigeren Mietkosten kompensiert. Andererseits, wird das Risiko eines Einbruches reduziert.

Um das Einbruchsrisiko zu reduzieren, geben Sie dem Gerüstbauer rechtzeitig Termine an (mind. 2 Wochen im Voraus). Falls die Arbeiten am Haus nicht wie geplant fertig sind, kann man Termine immer noch verschieben (auch hier sollte das nicht im letzten Moment geschehen).

Mietkosten

Massgeblich für die Berechnung der Mietkosten ist selbsterklärend die Mietdauer und der Mietpreis. Die Mietdauer startet mit der Fertigstellung des Gerüstes oder benutzbaren Teilen und endet entsprechend mit dem vereinbarten Demontage-Termin.

Gemäss SIA beträgt die minimale Gerüstmietdauer einen Monat und angebrochene Monate werden mit 1/30 pro Kalendertag verrechnet. Das heisst Mietdauer in Tagen = (Demontage – Montage) +1. (Dies kann bspw. in MS Excel® einfach nachgerechnet werden). Somit Mietkosten = (Mietdauer in Tagen) / 30 * Miete.

Zahlungsmodalitäten

Rechnungsaufteilung

50/50: Gewisse Gerüstbauer erwarten eine vollständige Zahlung (0/100) nach erfolgter Demontage, andere wiederum die eine Hälfte nach der Montage und die andere Hälfte nach der Demontage. OR Art. 372 Abs. 2 bestimmt eine Zahlung nach Teilen.

80/20: Die besonderen Vertragsbedingungen des SGUVs sehen vor, stützend auf die SIA -Norm 118 Art. 146, dass der Gerüstbauer Anspruch von 80% nach erfolgter Montage hat (i.e. «nach Erreichen der vollständigen Betriebsbereitschaft»). Auf die restlichen 20% nach Demontage.

Zusätzlich, sofern die Gerüstmiete nicht im Festpreis enthalten ist, hat der Gerüstbauer Anspruch auf eine im Voraus bezahlte monatliche Gerüstmiete.

Skonto und Rabatte

Der Besteller hat nur Anspruch auf einen Skonto- oder Rabatt-Abzug, sofern dies ausdrücklich in der Offerte abgemacht wurde (SIA 118, Art. 38.4). Das Gesetz sieht keinen Anspruch auf Skonto vor.

Mehrwertsteuer (MWST)

Wurde nichts anderes vereinbart, doch stützt sich der Gerüstbauer auf die besonderen Vertragsbedigungen des SGUV oder SIA 118, gilt eine allfällige Mehrwertsteuer als nicht eingerechnet (SIA 118, Art 38.5).

Vertragsrücktritt

Einen Werkvertrag kann der Besteller, solange das Werk unvollendet ist, und somit nur vor oder während der Montage, jederzeit und ohne Angaben von Gründen auflösen. Dies aber gegen Vergütung der bereits geleisteten Arbeit und gegen volle Schadloshaltung des Gerüstbauers (OR 377). Gegen volle Schadloshaltung bedeutet, dass der Gerüstbauer dem Besteller zu einem bestimmten Teil auch entgangener Gewinn in Rechnung stellen darf.

Kündigen Sie als Besteller nicht unbedacht einen bestehenden Werkvertrag, nur um beispielsweise einen anderen «günstigeren» Gerüstbauer zu berücksichtigen. Dies kann unter Umständen teurer werden als vorgesehen.

Diese Rücktrittsrecht, welche an keiner Form gebunden ist, erlischt, bei Vollendung des Werkes.

Zusammenfassung

Das Ganze in einer Grafik zusammengefasst:

Der ganze Ablauf in einer Grafik zusammengefasst

Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann trotzdem nicht übernommen werden. Wir bitten Sie um Verständnis. Sollten Sie Informationen vermissen oder sonstige Anregungen haben, schreiben Sie uns, wir sind für jedes Feedback die diese Webseite verbessert dankbar.

Vision 250 Leben

Im Zentrum der «Vision 250 Leben» stehen die «Lebenswichtigen Regeln». Diese werden für alle Branchen und Tätigkeiten mit hohen Risiken spezifisch erarbeitet. Was das Einhalten dieser Regeln betrifft, gilt Null-Toleranz. Das bedeutet, wenn Gefahr für Leben und Gesundheit droht, heisst es STOPP, die Arbeiten einstellen und die gefährliche Situation beseitigen.

«Der Gerüstbauprofi macht seinen Job, ich mach meinen.»

Demontagen, Anpassungen oder Erweiterungen dürfen nur vom Gerüstbauer vorgenommen werden. Wer das Gerüst manipuliert, schafft eine gefährliche Unfallquelle für sich und andere und verstösst gegen das Gesetz. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten – Bauherr, Planer und Benutzer – für das Thema sensibilisiert sind und dass sie auch ihre Mitarbeitenden entsprechend instruieren.

Nicht abändern, sondern abändern lassen!

Gerüste werden immer wieder von den Benutzern verändert und den eigenen Bedürfnissen angepasst. Das führt nicht nur zu Materialschäden, sondern vor allem zu schweren Unfällen.